Warum der Bahnhof Ahrensfelde gar nicht in Ahrensfelde liegt
Ein Klassiker zum Schmunzeln: Der S-Bahnhof, der unseren Ort im Namen trägt, steht auf Berliner Gebiet. Eine kleine Geschichte über eine Grenze, die quer durch den Alltag läuft.
Fragen Sie mal jemanden aus der Region: „In welchem Bundesland liegt der Bahnhof Ahrensfelde?" Die meisten antworten wie aus der Pistole geschossen „Brandenburg, natürlich" — und liegen falsch.
Der Bahnhof Ahrensfelde, Endpunkt der Berliner S-Bahn-Linie S7, steht auf Berliner Stadtgebiet, im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, unmittelbar an der Landesgrenze. Eröffnet wurde er bereits 1898. Den Namen trägt er von der brandenburgischen Gemeinde nebenan — gelegen ist er aber in Berlin.
Eine Grenze, die mitten durch den Alltag läuft
Dass Ort und Bahnhof auseinanderfallen, ist kein Zufall, sondern Folge der besonderen Lage am Berliner Ostrand. Hier treffen Hauptstadt und Barnim direkt aufeinander — und die Grenze verläuft nicht immer dort, wo man sie vermutet. Wer morgens in Ahrensfelde in die S7 steigt, wechselt das Bundesland, bevor der Zug überhaupt losfährt.
Das Kuriosum hat sogar Geschichte: 1979 verlor Ahrensfelde 56 Hektar an Ost-Berlin — ein Teil davon heißt bis heute umgangssprachlich „Berlin-Ahrensfelde". Und die berühmten Ahrensfelder Berge? Die liegen ebenfalls auf Berliner Seite, in Marzahn, aufgeschüttet aus dem Bauschutt der Plattenbau-Großsiedlungen.
Warum uns das etwas angeht
Für die Betriebe der Region ist diese Doppellage mehr als eine Anekdote. Wir arbeiten täglich über die Stadtgrenze hinweg: Kunden aus Berlin, Lieferanten aus dem Barnim, Mitarbeiter, die aus beiden Richtungen pendeln. Die Region 16356 lebt genau von dieser Nähe zur Hauptstadt — bei gleichzeitig eigenständigem, ländlich geprägtem Charakter.
Wer die Region kennt, kennt ihre Eigenheiten. Und wer Lust auf mehr solcher Geschichten hat: In unserem großen 16356-Quiz haben wir 57 davon gesammelt — von Goethes Spott über einen Werneuchener Pfarrer bis zu Deutschlands einst größtem Solarpark vor unserer Haustür. Wie viele schaffen Sie?