Gefunden werden, wenn Kunden die KI fragen: SEO und GEO für lokale Betriebe

Wie ChatGPT, Gemini, Copilot und Googles KI-Übersichten an Infos über lokale Betriebe kommen, was davon belegt ist und acht Punkte für deine digitale Visitenkarte.

Stand 28. September 2026 · Denis Kaliberda

82 % der Internetnutzer zwischen 16 und 69 haben schon KI zur Informationssuche genutzt, Googles KI-Übersichten mitgezählt (BR-Studie, siehe unten). Manche fragen dabei direkt nach Betrieben: „Wer macht in Werneuchen Pflasterarbeiten?“ oder „Gibt es in Bernau eine Physiotherapie mit Hausbesuch?“ Diese Seite zeigt, was darüber belegt ist, woher die KI ihre Antworten nimmt und was du für deinen Betrieb tun kannst. Sie zeigt auch, was dir niemand versprechen kann.

Wie Kunden heute fragen

Für Deutschland gibt es belastbare Zahlen zur KI-Suche allgemein:

  • 82 % der 16- bis 69-Jährigen haben schon einmal KI zur Informationssuche genutzt, 61 % regelmäßig. Mitgezählt sind auch Menschen, die nur die KI-Zusammenfassungen in der Google-Suche gesehen haben. ChatGPT haben 55 % schon einmal genutzt (BR-Studie „KI & Search“, 1.200 Befragte, Oktober 2025, veröffentlicht in Media Perspektiven 11/2026).
  • Vertrauen: 84 % vertrauen klassischen Suchergebnissen, 57 % den KI-Zusammenfassungen (ebenda).
  • Die Hälfte der Internetnutzer ab 16 sucht zumindest gelegentlich mit KI-Chats. Von diesen haben 42 % schon falsche oder erfundene Informationen bekommen. Nur 57 % prüfen die Antworten, bevor sie sie verwenden (Bitkom, 20.11.2025, Selbstauskunft).
  • Welche Werkzeuge: Von den KI-Nutzenden ab 16 verwenden 71 % ChatGPT, 50 % Gemini und 43 % Microsoft Copilot (Bitkom, 28.04.2026).

Für die Suche nach lokalen Betrieben per KI haben wir für Deutschland keine repräsentative Studie gefunden. Es gibt eine Befragung des Softwareanbieters Yext unter 909 Menschen in Deutschland, die lokal suchen. Davon gaben 39,8 % an, im vergangenen Monat KI für die lokale Suche genutzt zu haben. Yext verkauft Software für Firmeneinträge und nennt seine Ergebnisse selbst nur eine Richtung, nicht repräsentativ.

Woher KI-Antworten ihre Infos haben

Belegt durch die Anbieter selbst

  • Google (KI-Übersichten und KI-Modus): Die KI-Funktionen stützen sich auf die normalen Ranking- und Qualitätssysteme der Google-Suche. Die KI holt passende Seiten aus dem Suchindex. Zusätzliche Anforderungen gibt es nicht. Deine Seite muss indexiert sein und mit Textauszug angezeigt werden dürfen. Zu lokalen Betrieben schreibt Google, das Unternehmensprofil könne helfen, in KI-Antworten und anderen Suchergebnissen sichtbar zu werden (Google Search Central, Stand 10.07.2026).
  • Google-Unternehmensprofil: Google bezieht die Angaben aus der eigenen Website, aus lizenzierten Daten von Drittanbietern, aus Beiträgen von Nutzern wie Fotos und Rezensionen und aus den Angaben der Inhaber (Unternehmensprofil-Hilfe).
  • Gemini nutzt öffentliche Google-Maps-Daten: Adressen, Beschreibungen, Websites, Bewertungen und Öffnungszeiten (Gemini-Hilfe).
  • ChatGPT schickt die Frage an Suchanbieter von Dritten. Für Firmeneinträge in der Nähe nutzt es laut Hilfe „vertrauenswürdige Drittanbieter“, nennt sie aber nicht. Wer den Crawler OAI-SearchBot sperrt, erscheint nicht in den Antworten der ChatGPT-Suche (OpenAI-Hilfe und Crawler-Doku). Ein Crawler ist ein Programm, das Websites automatisch liest.
  • Microsoft Copilot stützt sich auf dieselbe Grundlage wie die Bing-Suche: Crawling, Indexierung und Ranking (Bing Webmaster Guidelines).
  • Perplexity zeigt und verlinkt Websites über seinen Crawler PerplexityBot (Perplexity-Doku).

Alle großen Anbieter warnen vor Fehlern. Google schreibt zu seinen KI-Übersichten: „Bei Übersichten mit KI können und werden Fehler vorkommen.“

Oft behauptet, aber nicht belegt

Diese Aussagen hörst du in Agenturblogs und Verkaufsgesprächen. Offiziell belegt sind sie nicht:

  • Das Google-Unternehmensprofil sei die Hauptquelle für KI-Antworten zu lokalen Firmen. Google schreibt nur, das Profil könne helfen.
  • Einheitliche Angaben zu Name, Adresse und Telefon seien ein eigener Rankingfaktor für KI-Antworten.
  • Einträge in Verzeichnissen erhöhten die Nennung in KI-Antworten.
  • Copilot nutze heute schon Daten aus Bing Places.
  • Welcher Anbieter ChatGPT die lokalen Firmeneinträge liefert, ist nicht öffentlich.

Die digitale Visitenkarte in acht Punkten

Diese acht Punkte stützen sich auf die offiziellen Hinweise von Google, Bing und OpenAI. Google und Microsoft sagen, für KI-Antworten gelten dieselben Grundlagen wie für die normale Suche. Was welcher Punkt in KI-Antworten bringt, ist nicht belegt. Eine Nennung sagt niemand zu.

  1. Leistungen und Region in Klartext auf die Website. Was du anbietest und wo, gehört als Text auf die Seite, nicht nur ins Bild oder ins PDF. Google schreibt, wichtige Inhalte sollen als Text vorliegen. Bing rät, Fakten ausdrücklich zu nennen, das Wichtigste früh auf die Seite zu stellen und eine Seite pro Thema zu machen.
  2. Google-Unternehmensprofil beanspruchen und vollständig halten. Adresse, Öffnungszeiten mit Sonderöffnungszeiten, Kategorie, Fotos. Laut Google werden Unternehmen mit vollständigen und korrekten Angaben eher angezeigt.
  3. Bewertungen sammeln und persönlich antworten. Google empfiehlt, auf Rezensionen zu antworten. Verboten sind Anreize wie Rabatte oder Geschenke. Verboten ist auch, gezielt nur zufriedene Kunden um eine Bewertung zu bitten. Gefälschte Bewertungen sind in Deutschland unlauter (UWG, Anhang Nr. 23c). Eine Arbeitsanweisung für Antworten auf Bewertungen findest du unter Arbeitsanweisungen.
  4. Überall dieselben Angaben zu Name, Adresse und Telefon. Google verlangt, den Namen so zu verwenden wie auf Schild, Website und Briefpapier, möglichst mit örtlicher Telefonnummer. Bing verlangt einheitliche Namen für Firmen und Orte. Dass Google Profildaten auch aus anderen Websites bezieht, ist belegt. Dass die Angaben deshalb überall gleich sein sollten, ist unsere Folgerung daraus.
  5. Strukturierte Daten auf der Website. Das sind unsichtbare Angaben im Code der Seite, die Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten maschinenlesbar machen (nach dem Standard „LocalBusiness“ von schema.org). Für die KI-Funktionen braucht es laut Google kein besonderes Markup. Bing schreibt, strukturierte Daten könnten helfen, sagt aber keine Sichtbarkeit zu. Sieh es als Ordnung, nicht als Hebel.
  6. Einträge in wenigen passenden Verzeichnissen. Zum Beispiel Verband, Kammer, Branchenportal, Bing Places oder Apple Maps. Google zählt Websites, die auf deinen Betrieb verweisen, zur „Beliebtheit“ in der lokalen Suche. Bing wertet gekaufte Links, Linkspam und private Linknetzwerke als Missbrauch.
  7. Inhalte aktuell halten. Öffnungszeiten, Preise, Leistungen und Team pflegen, Veraltetes löschen. Bing nennt das ausdrücklich in seinen Richtlinien. OpenAI warnt selbst, dass Suchergebnisse veraltet sein können. Dass häufiges Posten allein die KI-Sichtbarkeit erhöht, ist nicht belegt.
  8. Technisch zugänglich sein. Die Datei robots.txt steuert, welche Crawler deine Seite lesen dürfen. Sie darf Googlebot, Bingbot, OAI-SearchBot und PerplexityBot nicht sperren. Richte die Google Search Console ein. Dort siehst du, wie deine Seite in der Google-Suche erscheint.

Wie du prüfst, was eine KI heute über deinen Betrieb sagt, steht mit einem fertigen Prompt unter Prompts.

SEO und GEO in je einem Satz

SEO (Suchmaschinenoptimierung) heißt: Du pflegst Website und Inhalte so, dass Suchmaschinen sie finden, verstehen und den passenden Suchenden zeigen.

GEO (Generative Engine Optimization) heißt: Du bereitest Inhalte so auf, dass KI-Antwortsysteme wie ChatGPT oder Googles KI-Übersichten sie finden, richtig wiedergeben und als Quelle nennen, und Google sagt dazu selbst, das sei „still SEO“.

Was niemand versprechen kann

Kein großer Anbieter sagt einem Betrieb eine Nennung in KI-Antworten zu:

  • OpenAI schreibt in der Hilfe zur ChatGPT-Suche: „Placement is not guaranteed.“
  • Bing schreibt: „GEO does not guarantee grounding or citations in AI experiences.“
  • Google schreibt, ein besseres Ranking in der lokalen Suche könne man „nicht einfordern, auch nicht gegen Bezahlung“.

Dazu kommt: Die Antworten schwanken je nach Sitzung, Konto, Standort und Verlauf. Dieselbe Frage kann morgen eine andere Antwort bringen.

Vorsicht bei diesen Versprechen:

  • „Mit einer llms.txt-Datei landest du in der KI.“ Das ist eine Textdatei, die sich eigens an KI-Systeme richten soll. Google schreibt, die Google-Suche nutze solche Dateien nicht, sie würden weder schaden noch helfen. Dass andere Anbieter sie nutzen, ist nicht belegt.
  • „GEO bringt bis zu 40 % mehr Sichtbarkeit.“ Die Zahl stammt aus einer Forschungsarbeit unter Testbedingungen (Aggarwal u. a., KDD 2024). Mit lokalen Betrieben in Google oder ChatGPT wurde das nicht gemessen.
  • Texte eigens für die KI umschreiben oder in Häppchen zerlegen. Laut Google nicht nötig.
  • Gekaufte Erwähnungen, gekaufte Links oder versteckte Anweisungen an die KI. Bing droht dafür mit Sichtbarkeitsverlust bis zur Auslistung. Google hält das Beschaffen künstlicher Erwähnungen für wenig hilfreich.

Wer dir eine feste Position in ChatGPT oder Gemini verspricht, verspricht etwas, das die Anbieter selbst nicht zusagen.

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