Du musst KI im Betrieb nicht allein herausfinden. In Brandenburg und Berlin gibt es Stellen, die kleine Betriebe kostenlos beraten. Dazu kommen Förderprogramme, die einen Teil der Kosten für Beratung, Umsetzung oder Schulung übernehmen. Diese Seite sammelt die Angebote mit dem Stand vom 28.09.2026.
Zwei Begriffe vorweg. KMU heißt kleine und mittlere Unternehmen. Dazu zählen auch Handwerksbetriebe mit wenigen Leuten. Anbieterneutral heißt: Die Stelle verkauft dir kein bestimmtes Werkzeug.
Die Angebote ändern sich. Programme laufen aus, neue kommen dazu. Prüf die Bedingungen deshalb immer direkt bei der Stelle, bevor du planst. Diese Seite ist keine Förderberatung und sagt dir keine Förderung zu.
Kostenlose Beratung und Workshops
Mittelstand-Digital Zentrum Spreeland
- Wer: BTU Cottbus-Senftenberg, TH Wildau und IHK Cottbus. Laut TH Wildau gibt es einen Partnerstandort in Eberswalde.
- Für wen: kleine und mittlere Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf produzierenden Betrieben.
- Was: kostenfreie und anbieterneutrale Unterstützung zur Digitalisierung. Auf seiner Website kündigt das Zentrum Online-Workshops zu KI für Oktober 2026 an.
- Stand: Laut IHK Cottbus ist das Zentrum bis 31.12.2026 verlängert (Meldung vom 02.03.2026).
- Link: digitalzentrum-spreeland.de
Handwerkskammer Frankfurt (Oder), Region Ostbrandenburg
- Wer: die Handwerkskammer. Ihr Kammerbezirk umfasst den Barnim (Service Brandenburg).
- Für wen: Mitgliedsbetriebe.
- Was: ein Beauftragter für Innovation und Technologie. Die Kammer weist auf KI-Angebote und einen Digitalisierungs-Check hin.
- Link: hwk-ff.de: Handwerk kann gut digital
IHK Ostbrandenburg
- Wer: die Industrie- und Handelskammer.
- Für wen: Mitgliedsunternehmen.
- Was: Innovationsberatung und die Videoreihe „KI nutzen! Mit der IHK“ mit sechs Betrieben aus Ostbrandenburg aus dem Jahr 2025. Die IHK verweist außerdem auf das Zentrum Spreeland, das DigitalWerk Werder und den kostenlosen Onlinekurs Elements of AI.
- Link: ihk.de/ostbrandenburg: Künstliche Intelligenz
EDIH pro_digital
- Wer: TH Wildau, BTU Cottbus-Senftenberg, DigitalAgentur Brandenburg und der Branchenverband SIBB.
- Für wen: KMU, für sie kostenfrei.
- Was: „Test before invest“, also ausprobieren, bevor du investierst. Dazu Qualifizierung und Förderberatung. Themen sind KI, Automatisierung und Cybersicherheit.
- Stand: Laut TH Wildau läuft das Angebot bis Ende 2028.
- Link: th-wildau.de: EDIH pro_digital
KI-Service-Desk der Bundesnetzagentur
- Wer: die Bundesnetzagentur. Das KI-Marktüberwachungsgesetz (KI-MIG) verpflichtet sie, kleine und mittlere Unternehmen zu informieren (§ 12 KI-MIG).
- Für wen: alle Unternehmen, kostenfrei.
- Was: ein KI-Compliance-Kompass, häufige Fragen, ein Factsheet für KMU und Start-ups und ein Kontaktformular. Compliance heißt hier: Regeln einhalten.
- Link: bundesnetzagentur.de: KI
Was die EU-KI-Verordnung von kleinen Betrieben verlangt, steht unter EU-KI-Verordnung.
KI-Servicezentrum Berlin-Brandenburg
- Wer: das Hasso-Plattner-Institut (HPI), vom Bund gefördert.
- Für wen: eher für technisch Interessierte.
- Was: Workshops, Beratung und Rechenleistung, kostenfrei.
- Stand: Eine Laufzeit nennt die Website nicht.
- Link: hpi.de: AI Service Centre
KI-Trainer im Netzwerk Mittelstand-Digital
- Wer: KI-Trainer der Mittelstand-Digital Zentren.
- Für wen: KMU.
- Was: Sie beraten einzeln, kostenfrei und anbieterneutral, unter anderem mit einem KI-Readiness-Check. Das ist eine Bestandsaufnahme, ob und wo KI in deinem Betrieb passt. So beschreibt es die Bundesnetzagentur im Juni 2025.
- Stand: Mehrere Zentren enden 2026. Frag deshalb beim Zentrum Spreeland nach, ob du noch einen Termin bekommst.
- Link: Hinweispapier der Bundesnetzagentur
Beendete Zentren und was kommt
- Mittelstand-Digital Zentrum Berlin: Getragen von BVMW, Hasso-Plattner-Institut und ifii. Es hat Betriebe in Berlin und Brandenburg unterstützt. Das Projekt endete am 30.09.2026. Die Materialien bleiben laut BVMW online, zum Beispiel zu Prompting, KI-Richtlinie und Custom GPTs. Ein „Zentrum Ost“ ist geplant (BVMW, 14.09.2026). Link: digitalzentrum-berlin.de/materialien
- Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk: Es hat seine Arbeit nach fünf Jahren Projektlaufzeit beendet (BZB, 05.06.2026).
- Neues Netzwerk ab 2027: Das bisherige Netzwerk Mittelstand-Digital endet schrittweise bis Ende 2026. Das Bundeswirtschaftsministerium hat für die Zeit danach regionale und thematische Zentren sowie KI-Trainer ausgeschrieben. Kleinst- und Kleinunternehmen sollen stärker im Fokus stehen. Die Angebote sollen für KMU kostenfrei sein (Förderbekanntmachung vom 22.12.2025).
Förderung
Förderung heißt hier: Ein Programm zahlt einen Teil der Kosten. Den Rest trägst du selbst. Ob dein Vorhaben passt, entscheidet allein die Förderstelle.
BIG-Digital (Brandenburgischer Innovationsgutschein)
- Wer: das Land Brandenburg über die Förderbank ILB und die Wirtschaftsförderung WFBB, mit EU-Mitteln.
- Für wen: KMU einschließlich Handwerk mit Betriebsstätte in Brandenburg.
- Was: ein Zuschuss von bis zu 50 % für Digitalisierungsprojekte. Die Höchstbeträge laut ILB: Beratung 50.000 € (6 Monate), Umsetzung 250.000 € (2 Jahre), Schulung 50.000 €. Projekte mit förderfähigen Ausgaben unter 5.000 € werden nicht gefördert.
- Vorher Pflicht: ein Erstgespräch bei der WFBB und eine Förderberatung der ILB.
- Nicht gefördert werden unter anderem Standard-Webseiten, Standard-Online-Marketing, Eigenleistungen und Projekte, die vor dem Antrag begonnen haben.
- KI: Ob ein KI-Projekt förderfähig ist, steht nicht ausdrücklich in der Richtlinie. Das klärst du im Einzelfall mit der WFBB.
- Stand: Laut ILB gilt die Richtlinie vom 14.02.2024 bis 30.06.2027.
- Link: ilb.de: BIG-Digital
BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU
- Wer: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die IHK Ostbrandenburg erklärt das Programm.
- Für wen: KMU. Das Programm fördert Unternehmensberatung allgemein, also nicht nur zu KI.
- Was: In Brandenburg werden 80 % von höchstens 3.500 € Beratungskosten erstattet. Das sind höchstens 2.800 € pro Beratung. Möglich sind bis zu fünf Beratungen, höchstens zwei pro Jahr.
- Wichtig: Die Beratung darf erst nach dem Informationsschreiben beginnen. Sonst gibt es keine Förderung.
- Stand: Anträge sind bis 31.12.2026 möglich. Den Fördersatz für Berlin haben wir nicht geprüft.
- Link: ihk.de/ostbrandenburg: Förderung von Unternehmensberatungen
Digitalprämie Berlin
Hier sind keine Anträge mehr möglich (IBB Business Team). Link: ibb-business-team.de
Weiterbildung für dein Team
Du willst, dass dein Team KI sicher nutzt? Dafür gibt es kostenlose und geförderte Wege.
- Onlinekurs Elements of AI: ein kostenloser Kurs zu den Grundlagen. Die IHK Ostbrandenburg verweist darauf.
- DigitalWerk Werder: Einführungsseminare und Workshops zu KI für KMU, kostenfrei. Träger sind das Zukunftszentrum Brandenburg und ifii, gefördert aus dem ESF Plus. Ob 2026 noch Termine laufen, haben wir nicht geprüft. Frag vorher nach. Link: zukunftszentrum-brandenburg.de: DigitalWerk
- EDIH pro_digital: bietet Qualifizierung zu KI, Automatisierung und Cybersicherheit, für KMU kostenfrei (siehe oben).
- Mittelstand-Digital Zentrum Spreeland: Online-Workshops zu KI im Oktober 2026 laut Website (siehe oben).
- Materialien des Mittelstand-Digital Zentrums Berlin: Anleitungen zu Prompting, KI-Richtlinie und Custom GPTs zum Selbstlernen. Link: digitalzentrum-berlin.de/materialien
- BIG-Digital, Teil Schulung: In Brandenburg kann eine Schulung mit bis zu 50 % bezuschusst werden, höchstens 50.000 €. Es gelten dieselben Bedingungen wie oben.
Eine kurze Regel für das Team hilft zusätzlich. Wie du sie aufschreibst, steht unter KI-Richtlinie.
So gehst du vor
- Klär zuerst die Aufgabe. Welche Arbeit soll KI erleichtern? Der Selbsttest unter Erste Schritte hilft dir dabei.
- Frag zuerst die kostenlosen Stellen. Die Handwerkskammer und die IHK weisen auf KI-Angebote hin. EDIH pro_digital und das Zentrum Spreeland beraten kostenfrei.
- Beantrage eine Förderung, bevor du anfängst. Bei BIG-Digital sind begonnene Projekte ausgeschlossen. Bei der BAFA-Förderung darf die Beratung erst nach dem Informationsschreiben starten.
- Prüf die Bedingungen bei der Stelle. Förderquoten, Höchstbeträge und Fristen können sich ändern. Verlass dich auf das, was dir die Förderstelle schriftlich bestätigt.
- Heb die Unterlagen auf. Notier dir, mit wem du gesprochen hast und was vereinbart ist.