Claude Code von Anthropic und Codex von OpenAI tauchen oft auf, wenn über KI gesprochen wird. Beide sind Werkzeuge zum Programmieren. Diese Seite erklärt, was sie tun, was sie kosten und worauf du achten musst. Vor allem hilft sie dir bei der Frage, ob du so etwas überhaupt brauchst. Alle Angaben haben den Stand 28. und 29.09.2026. Beide Anbieter ändern Tarife und Funktionen oft.
Was das ist
Beide Werkzeuge sind Agenten. Ein Agent beantwortet nicht nur eine Frage. Er arbeitet eine Aufgabe in mehreren Schritten ab und benutzt dabei Werkzeuge auf deinem Rechner oder in der Cloud.
Claude Code (Anthropic): Laut Anthropic ist Claude Code ein Werkzeug zum Programmieren. Es liest den Code eines Projekts, ändert Dateien und führt Befehle aus. Es läuft an diesen Stellen:
- im Terminal, also im Textfenster für Befehle auf deinem Rechner
- als Erweiterung in Programmierumgebungen wie VS Code
- als Reiter „Code“ in der Claude-Desktop-App
- im Browser und in der Claude-App für iOS und Android
Codex (OpenAI): Laut OpenAI ist Codex ein KI-Agent, der beim Schreiben, Prüfen und Ausliefern von Code hilft. Es läuft an diesen Stellen:
- im Terminal als Kommandozeilen-Programm
- als Erweiterung in Programmierumgebungen
- als Codex-Modus in der ChatGPT-Desktop-App
- im Browser
Beide Anbieter richten die Terminal- und Editor-Fassungen an Menschen, die Software entwickeln. Anthropic bietet eine eigene Anleitung für alle, die noch nie ein Terminal geöffnet haben.
Wie das mit Chat, Work und Cowork zusammenhängt
Beide Anbieter haben die Technik ihres Programmierwerkzeugs in einen Arbeitsmodus für Büroaufgaben übertragen.
- Anthropic: Cowork bringt laut Anthropic die Agenten-Fähigkeiten von Claude Code in die Arbeit jenseits des Programmierens. Es nutzt dieselbe Technik, braucht aber kein Terminal.
- OpenAI: Work hat laut OpenAI dieselben Kernfähigkeiten wie Codex, gestaltet für die Alltagsarbeit. Wer Codex bisher für Aufgaben ohne Programmieren genutzt hat, kann laut OpenAI dabei bleiben oder zu Work wechseln.
Kurz gesagt: Chat beantwortet Fragen. Work und Cowork erledigen Büroaufgaben in mehreren Schritten. Claude Code und Codex erledigen Programmieraufgaben in mehreren Schritten. Mehr zu Chat und Arbeitsmodus steht unter Vom Chatbot zum Mitarbeiter.
Was du damit machen kannst
Die Anbieter nennen vor allem Aufgaben rund um Software.
Claude Code, laut Anthropic:
- Funktionen bauen und Fehler beheben. Du beschreibst in normaler Sprache, was du willst.
- Liegengebliebene Routinearbeit am Code erledigen, etwa Tests schreiben oder Programmteile aktualisieren.
- Änderungen in einer Versionsverwaltung wie Git ablegen.
- Weitere Dienste über MCP anbinden, einen offenen Standard für solche Verbindungen.
- Aufgaben nach Zeitplan laufen lassen.
Codex, laut OpenAI:
- Code erkunden und verstehen.
- Eine neue Funktion, App oder ein Werkzeug bauen.
- Code prüfen und Änderungen vorschlagen.
- Fehler beheben.
Für einen kleinen Betrieb heißt das konkret: Du könntest eine kleine Website, ein Skript zum Umbenennen vieler Dateien oder ein einfaches internes Werkzeug bauen lassen. Das Ergebnis ist aber Code. Den musst du prüfen, betreiben und bei Bedarf reparieren können. Keiner der beiden Anbieter verspricht, dass das ohne Programmierkenntnisse gelingt.
Was es kostet (Stand 29.09.2026)
Claude Code: Laut Preisseite von Anthropic (Stand 29.09.2026) ist Claude Code in allen bezahlten Tarifen enthalten, im kostenlosen Tarif nicht. Es teilt sich das Nutzungskontingent mit deinen Chats.
- Pro: 18 € im Monat bei monatlicher Zahlung oder 15 € im Monat bei Jahreszahlung, also 180 € im Voraus.
- Max: ab 90 € im Monat, mit mehr Nutzung als Pro.
- Team: 18 € pro Person und Monat bei Jahreszahlung oder 21,04 € bei monatlicher Zahlung, für 2 bis 150 Personen.
Die Preise verstehen sich laut Anthropic ohne Steuern.
Codex: Laut OpenAI ist Codex in allen ChatGPT-Tarifen enthalten, auch in Free und Go. Die Nutzungsgrenzen hängen vom Tarif ab. Für Free und Go nennt die Pricing-Seite Codex in der Desktop-App, mit schrittweiser Freischaltung. Ab Plus gibt es Codex auch im Browser, im Terminal und in Programmierumgebungen.
- Laut Tarifübersicht in ChatGPT für ein deutsches Konto (Stand 28.09.2026): Go 8 €, Plus 23 €, Pro ab 114 € im Monat. Im App Store können die Preise abweichen. Mehr unter ChatGPT.
- Business: laut deutscher Preisseite von OpenAI (Stand 29.09.2026) 21 € pro Person und Monat bei Jahreszahlung (monatlich laut Tarifübersicht in ChatGPT 26 €), für 2 bis 200 Personen. Enthalten sind ChatGPT, Work und Codex. Ob der Preis netto oder brutto ist, steht dort nicht.
Wichtig bei beiden: Das Programmierwerkzeug ist kein eigenes Abo. Es zieht vom selben Kontingent wie dein Chat. Bei OpenAI teilen sich Work und Codex die Nutzung. Wer viel programmieren lässt, stößt also früher an die Grenze. Die Tarife der Assistenten im Vergleich zeigt Welche KI passt.
Worauf du achten musst
Ein Programmierwerkzeug darf auf deinem Rechner Dateien ändern und Befehle ausführen. Das ist mehr als ein Chat. Beide Anbieter bauen deshalb Schranken ein und legen die Verantwortung trotzdem bei dir.
Rechte und Freigaben
Claude Code:
- Im Modus „Manuell“ startet Claude Code nur mit Leserechten. Bevor es Dateien ändert oder Befehle ausführt, fragt es dich. Schreiben darf es nur in dem Ordner, in dem du es gestartet hast, und darunter.
- Neuere Versionen starten im Terminal und in VS Code im Modus „Auto“. Dort prüft laut Anthropic ein zweites Modell die Aktionen statt dir. Du kannst den Modus jederzeit wechseln.
- Den Modus ohne jede Nachfrage nennt Anthropic nur für abgeschottete Umgebungen geeignet, etwa virtuelle Maschinen.
- Anthropic schreibt: Claude Code hat nur die Rechte, die du ihm gibst. Du bist verantwortlich, Code und Befehle vor der Freigabe zu prüfen.
Codex:
- Standardmäßig hat Codex keinen Internetzugang. Eine Sandbox begrenzt, was es anfassen darf, meist auf den aktuellen Arbeitsordner. Eine Sandbox ist ein abgeschotteter Bereich, den das Betriebssystem durchsetzt.
- In der Voreinstellung „Auto“ liest, ändert und startet Codex im Arbeitsordner selbstständig. Für Änderungen außerhalb oder für Internetzugriff fragt es dich.
- Für Ordner ohne Versionsverwaltung empfiehlt Codex den Modus „nur lesen“.
- Die Einstellung ohne Sandbox und ohne Freigaben nennt OpenAI „nicht empfohlen“.
Fremde Anweisungen
Eine Webseite oder Datei kann versteckte Anweisungen enthalten, die der Agent für deine hält. Das heißt Prompt Injection. OpenAI warnt: Das kann den Agenten dazu bringen, fremde Anweisungen abzurufen und zu befolgen. Vorsicht also mit Internetzugang und Websuche. Anthropic schreibt, dass kein System vollständig gegen solche Angriffe geschützt ist. Anthropic prüft außerdem MCP-Server, also angebundene Zusatzdienste, nicht auf Sicherheit.
Datenschutz
Claude Code:
- Claude Code läuft auf deinem Rechner, schickt aber alle Eingaben und Antworten übers Netz an Anthropic.
- In Free, Pro und Max trainiert Anthropic mit deinen Daten, wenn die Einstellung dazu an ist. Das gilt auch für Claude Code. Mit Training speichert Anthropic die Daten 5 Jahre, ohne Training 30 Tage.
- In Team, Enterprise und über die API trainiert Anthropic nicht mit Code oder Eingaben aus Claude Code. Die Speicherdauer beträgt dann standardmäßig 30 Tage.
- Claude Code legt Verläufe 30 Tage lang als lesbaren Text auf deinem Rechner ab.
Codex:
- Lokale Abläufe laufen auf deinem Gerät, Aufgaben in der Cloud laufen in abgeschotteten Umgebungen bei OpenAI.
- In den privaten Tarifen kann OpenAI Inhalte aus ChatGPT und Codex zum Training nutzen. Abschalten geht unter Einstellungen, Datenkontrollen, „Improve the model for everyone“. Das gilt laut OpenAI auch für Codex-Aufgaben.
- Codex hat eine zusätzliche Einstellung „Include environments“. Die ChatGPT-Einstellung ändert sie nicht, prüf sie also extra.
- In Business, Enterprise und über die API trainiert OpenAI standardmäßig nicht mit deinen Daten.
Kundendaten, Gesundheitsdaten oder Passwörter gehören nicht in einen Ordner, den ein Agent liest. Die Grundregeln stehen unter Datenschutz.
Brauchst du das?
Für die meisten kleinen Betriebe lautet die ehrliche Antwort: nein, jedenfalls nicht als Erstes.
- Mails, Angebote, Texte und Tabellen erledigst du mit dem normalen Chat. Aufgaben in mehreren Schritten mit Dateien übernehmen Work bei ChatGPT oder Cowork bei Claude. Beide nutzen laut den Anbietern dieselbe Technik wie die Programmierwerkzeuge, ohne Terminal.
- Claude Code und Codex lohnen sich eher, wenn du wirklich etwas programmieren willst. Das kann eine eigene kleine Website sein oder ein Skript, das eine lästige Routine abnimmt.
- Wer gern tüftelt, kann es ausprobieren. Plane Zeit ein, um die Grundlagen zu lernen: Terminal, Ordner, Versionsverwaltung. Ohne diese Grundlagen kannst du die Vorschläge des Agenten nicht beurteilen.
- Wenn der Code später im Betrieb läuft, etwa eine Website mit Kontaktformular, brauchst du jemanden, der ihn prüft und pflegt. Das kann auch ein Dienstleister sein, siehe Wer macht es.
So fängst du an
- Lies zuerst Vom Chatbot zum Mitarbeiter. Prüf, ob Work oder Cowork deine Aufgabe schon lösen.
- Wenn du programmieren willst: Nimm den Anbieter, dessen Abo du schon hast. Claude Code steckt in den bezahlten Claude-Tarifen, Codex in allen ChatGPT-Tarifen, in Free und Go aber nur in der Desktop-App und schrittweise freigeschaltet.
- Starte mit der Desktop-App statt mit dem Terminal. Bei Claude ist das der Reiter „Code“, bei ChatGPT der Codex-Modus.
- Leg einen leeren Übungsordner an. Darin liegen keine Kundendaten und keine wichtigen Dateien.
- Lass den Agenten erst nur lesen und erklären. Bei Claude Code ist das der Modus „Manuell“ oder der Planmodus, bei Codex der Modus „nur lesen“.
- Stell im Datenschutz ein, ob mit deinen Daten trainiert werden darf. Bei Codex prüfst du zusätzlich „Include environments“.
- Gib jede Änderung erst frei, wenn du verstehst, was sie tut. Wie du Ergebnisse prüfst, steht unter Ergebnisse prüfen.