Welche KI passt zu meinem Betrieb? ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot und Le Chat im Vergleich

Fünf KI-Assistenten nebeneinander: was sie kosten, wie sie mit Firmendaten umgehen und welcher zu welcher Ausgangslage in einem kleinen Betrieb passt.

Stand 28. September 2026 · Denis Kaliberda

Die Frage „Welche KI ist die beste?“ hilft einem kleinen Betrieb wenig. Die großen Assistenten liegen in der Qualität dicht beieinander. Wichtiger sind drei andere Fragen: Wo landen meine Daten? Passt die KI zu der Büro-Software, die ich schon habe? Und was kostet sie im Monat? Diese Seite stellt fünf Assistenten nebeneinander. Keiner davon ist unsere Empfehlung. Alle Angaben haben den Stand 28.09.2026 und können sich schnell ändern.

Die gängigen Assistenten auf einen Blick

Ein KI-Assistent ist ein Programm, dem du in normaler Sprache eine Aufgabe schreibst. Dahinter arbeitet ein Sprachmodell. Alle fünf gibt es kostenlos zum Ausprobieren, mit Nutzungsgrenzen.

AssistentAnbieterSitzBesonderheit laut Anbieter
ChatGPTOpenAIUSABreite Funktionsliste: Text, Bilder, Sprache, ein Arbeitsmodus namens Work, Add-ins für Word, Excel und PowerPoint
ClaudeAnthropicUSALange Dokumente: Das Kontextfenster fasst je nach Modell bis zu 1 Mio. Token
GeminiGoogleUSADirekt in Gmail, Docs und andere Google-Apps eingebaut
Microsoft CopilotMicrosoftUSAArbeitet in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams mit den eigenen Firmendaten
Le Chat, jetzt „Vibe“Mistral AIFrankreichEuropäischer Anbieter, Daten standardmäßig in der EU

Ein paar Hinweise zur Tabelle:

  • Die Spalte „Besonderheit“ ist eine Funktionsliste. Sie sagt nichts darüber, welcher Assistent bessere Antworten gibt.
  • Ein Token ist ein Wortstück. Das Kontextfenster ist die Textmenge, die die KI auf einmal im Blick hat. Mehr dazu im Glossar.
  • Le Chat heißt jetzt „Vibe“. Adresse, Login und Chats bleiben laut Mistral gleich.
  • Microsoft hat „Microsoft 365 Copilot“ in „Microsoft Copilot“ umbenannt.

Zur Qualität: In der öffentlichen Bewertungsliste LMArena liegen die 25 am besten bewerteten Modelle zwischen 1479 und 1509 Punkten (Stand 25.09.2026). Die Abstände sind klein, die Wertungen überlappen stark. LMArena misst außerdem, welche Antworten anonymen Nutzern besser gefallen. Ob eine Antwort stimmt, misst es nicht.

Jeder Assistent kann falsche Angaben machen, die überzeugend klingen. Das nennt man Halluzination. Wie du Ergebnisse prüfst, steht unter Ergebnisse prüfen.

Was sie kosten (Stand 28.09.2026)

Alle Preise pro Person und Monat. Sie gelten für Deutschland und können je nach Konto, App-Store und Region abweichen.

Kostenlos

Alle fünf Assistenten haben einen kostenlosen Zugang mit Nutzungsgrenzen. ChatGPT zeigt in Deutschland seit Ende August 2026 Werbung in den Tarifen Free und Go. Das hat OpenAI angekündigt. Für die anderen Gratis-Zugänge ist keine Werbung belegt. Bei den meisten Gratis-Zugängen kann der Anbieter deine Eingaben zum Training nutzen, also um seine KI weiterzuentwickeln. Den Schalter dafür findest du in den Einstellungen.

Für Einzelne

  • ChatGPT: Go kostet 8 €, Plus 23 €. So zeigte es die Tarifübersicht in ChatGPT für ein deutsches Konto am 28.09.2026.
  • Claude: Pro kostet laut Preisseite von Anthropic (Stand 28.09.2026) 18 € bei monatlicher Zahlung oder 15 € bei Jahreszahlung, jeweils zuzüglich Steuern. Mit 19 % Mehrwertsteuer sind das bei monatlicher Zahlung rechnerisch 21,42 €.
  • Gemini: Google AI Plus kostet laut Preisseite von Google (Stand 28.09.2026) 4,99 €, Google AI Pro 21,99 €.
  • Copilot: Microsoft 365 Single mit Copilot kostet laut Preisseite von Microsoft (Stand 28.09.2026) 10 € im Monat oder 99 € im Jahr, Microsoft 365 Premium 22 € im Monat oder 219 € im Jahr.
  • Le Chat (Vibe): Pro kostet laut Preisseite von Mistral (Stand 28.09.2026) 17,84 € inklusive Steuern, das sind 14,99 € netto.

Für Betriebe

  • ChatGPT Business: laut Preisseite von OpenAI (Stand 28.09.2026) 21 € bei Jahreszahlung. Bei monatlicher Zahlung zeigte die Tarifübersicht in ChatGPT 26 €. Mindestens zwei Plätze.
  • Claude Team: laut Preisseite von Anthropic (Stand 28.09.2026) 18 € bei Jahreszahlung oder 21,04 € bei monatlicher Zahlung, netto. Für 2 bis 150 Personen.
  • Google Workspace mit Gemini: laut Preisseite von Google (Stand 28.09.2026) Business Starter 6,80 €, Business Standard 13,60 €, Business Plus 21,10 €, jeweils netto bei Jahresvertrag. Für Neukunden gibt es zeitweise Einführungsrabatte.
  • Microsoft Copilot Business: laut Preisseite von Microsoft (Stand 28.09.2026) als Zusatz zu einem Microsoft-365-Business-Tarif regulär 18,20 € zuzüglich MwSt. mit Jahresabo. Vom 01.07. bis 31.12.2026 gilt im ersten Jahr ein Aktionspreis von 15,60 €. Im Paket kosten Business Standard mit Copilot 20,36 € und Business Premium mit Copilot 27,73 €, jeweils zuzüglich MwSt. Mit einem Geschäftskonto gibt es außerdem Copilot Chat ohne Zusatzlizenz.
  • Le Chat (Vibe) Team: laut Preisseite von Mistral (Stand 28.09.2026) 29,74 € inklusive Steuern, das sind 24,99 € netto. Ab zwei Personen.

Ein wichtiger Unterschied: Bei Google Workspace und Microsoft 365 sind E-Mail und Büro-Software schon im Preis. ChatGPT und Claude kommen zu deiner bestehenden Büro-Software dazu. Die meisten Geschäftstarife mit KI liegen bei rund 14 bis 26 € netto pro Person und Monat, meist mit Jahresbindung (Preisseiten und Tarifübersicht in ChatGPT, Stand 28.09.2026). Betriebe, die Vorsteuer abziehen, rechnen mit den Nettopreisen.

Datenschutz und Firmenkonten

Für Kundendaten zählen vor allem zwei Dinge. Erstens: Nutzt der Anbieter deine Eingaben zum Training? Zweitens: Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, kurz AVV? Den brauchst du in der Regel, wenn personenbezogene Daten wie Kundennamen in die KI kommen. Die Grundregeln stehen unter Datenschutz.

Private Konten

  • ChatGPT: Das Training lässt sich abschalten unter Einstellungen, Datenkontrollen, „Das Modell für alle verbessern“. Temporäre Chats werden nicht zum Training genutzt.
  • Claude: Prüf die Einstellung zur Modellverbesserung und schalte sie ab. Anthropic spricht teils von Zustimmung, teils von einem Opt-out. Als Sicherheitsfall markierte Chats können trotzdem genutzt werden. Inkognito-Chats werden nie zum Training genutzt.
  • Gemini: Ist „Aktivitäten speichern“ an, kann Google die Chats zum Training nutzen, und Menschen können sie lesen. Ist die Einstellung aus, speichert Google die Chats 72 Stunden und nutzt sie nicht zum Training.
  • Copilot: Microsoft trainiert mit Copilot-Unterhaltungen. Ausgenommen sind unter anderem Nutzer mit Opt-out, also mit abgeschaltetem Training, und Firmenkonten. Der Verlauf wird standardmäßig 18 Monate gespeichert.
  • Le Chat (Vibe): Das Training ist bei Free, Pro und Team standardmäßig an und lässt sich abschalten.

Geschäftstarife

  • ChatGPT Business: standardmäßig kein Training. Speicherung in der EU gibt es laut OpenAI nur für Enterprise, Edu und die API, nicht für Business.
  • Claude Team: standardmäßig kein Training. Anthropic speichert Daten in den USA.
  • Google Workspace: Inhalte werden ohne Erlaubnis weder von Menschen geprüft noch zum Training genutzt. Eigene Speicherorte nennt die Preisseite nur für Enterprise-Tarife.
  • Microsoft Copilot mit Geschäftskonto: Eingaben und Antworten werden nicht zum Training der Basismodelle genutzt. Für EU-Kunden bleibt der Datenverkehr in der EU-Datengrenze. Ausgenommen sind Modelle von Anthropic innerhalb von Copilot.
  • Le Chat (Vibe): Daten liegen standardmäßig in der EU. Je nach Funktion gehen sie vorübergehend an Dienstleister außerhalb der EU, abgesichert mit Standardvertragsklauseln. Enterprise ist standardmäßig vom Training ausgenommen.

Beachte: ChatGPT Business und Claude Team verlangen laut Hilfeseiten beider Anbieter mindestens zwei Plätze. Wer allein arbeitet und einen AVV will, zahlt dort also für zwei.

Welcher passt zu welchem Betrieb

Die Antwort hängt von deiner Ausgangslage ab, nicht von der Marke. Diese Fragen helfen beim Sortieren.

Du arbeitest schon mit Microsoft 365

Dann schau dir zuerst Copilot an. Mit einem Geschäftskonto hast du Copilot Chat ohne Zusatzlizenz. Das kostenpflichtige Copilot Business arbeitet direkt in Word, Excel, Outlook und Teams. Es sieht dabei nur, was der jeweilige Nutzer ohnehin sehen darf.

Du arbeitest schon mit Gmail und Google Docs

Dann schau dir zuerst Gemini an. Im Geschäftstarif Google Workspace ist Gemini enthalten, zusammen mit E-Mail und Speicher.

Du willst einen europäischen Anbieter

Dann schau dir Le Chat von Mistral an. Die Daten liegen standardmäßig in der EU. Das Training musst du trotzdem selbst abschalten.

Du willst, dass die KI mehrere Schritte selbst erledigt

Das nennt man Arbeitsmodus: Du beschreibst ein Ergebnis, und die KI arbeitet es in mehreren Schritten ab. Bei ChatGPT heißt er Work, bei Claude Cowork. Cowork gibt es nur in bezahlten Claude-Tarifen. Work gibt es im Web und auf dem Handy nur in bezahlten Tarifen außer Go. In der Desktop-App kündigt OpenAI Work für alle Tarife an, auch Free, die Freischaltung läuft aber schrittweise (Stand 28.09.2026). Ob es in deinem Konto schon da ist, siehst du nur dort. Was dahintersteckt, erklärt Vom Chatbot zum Mitarbeiter.

Du hast noch nichts davon

Dann probier zwei Assistenten kostenlos aus, mit derselben Aufgabe und erfundenen Daten. Vergleich die Ergebnisse selbst. Erst wenn echte Kundendaten ins Spiel kommen, brauchst du einen Geschäftstarif mit AVV.

Perplexity, DeepSeek, Meta AI kurz eingeordnet

Perplexity

Perplexity ist auf Recherche mit Quellenangaben ausgerichtet. Es nutzt Modelle anderer Hersteller. In einem Test des Tow Center an der Columbia University mit acht KI-Suchen hatte Perplexity die niedrigste Fehlerquote. Trotzdem beantwortete es 37 % der Anfragen falsch (06.03.2025). Klick die Quellen also trotzdem an. Die Einstellung zur Datenspeicherung für das Training ist bei Free, Pro und Max standardmäßig an und lässt sich abschalten. Schon gesammelte Daten werden dabei nicht gelöscht.

DeepSeek

DeepSeek kommt aus China. Laut eigener Datenschutzerklärung verarbeitet und speichert DeepSeek personenbezogene Daten in China und nutzt Eingaben zum Training. Die italienische Datenschutzbehörde ordnete am 30.01.2025 eine Sperre an. Die Berliner Datenschutzbeauftragte meldete die App am 27.06.2025 bei Apple und Google als rechtswidrigen Inhalt, weil Daten unzulässig nach China übermittelt werden. Am 28.09.2026 war die App im deutschen App Store weiter gelistet. Kunden- und Firmendaten gehören dort nicht hinein.

Meta AI

Meta AI steckt in WhatsApp, Instagram, Facebook und Messenger, in der EU seit März 2025. Seit dem 27.05.2025 trainiert Meta in der EU mit öffentlichen Inhalten Erwachsener und mit Fragen an Meta AI. Das Oberlandesgericht Köln lehnte am 23.05.2025 einen Eilantrag der Verbraucherzentrale NRW dagegen ab. Für Betriebsdaten ist Meta AI deshalb nicht gedacht.

So fängst du an

  1. Schreib deine Ausgangslage auf. Welche Büro-Software nutzt ihr? Sollen Kundendaten in die KI? Wie viele Leute sollen sie nutzen?
  2. Wähl zwei Kandidaten. Nimm die Abschnitte oben als Hilfe. Die Einzelseiten zu ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot und Le Chat gehen tiefer.
  3. Teste mit derselben Aufgabe. Nimm eine echte Aufgabe aus deiner Woche, aber mit erfundenen Daten. Passende Prompts findest du unter Prompts.
  4. Schalte das Training ab. Mach das gleich bei der Einrichtung, in beiden Konten.
  5. Entscheide erst danach über Geld. Ein Geschäftstarif lohnt sich, wenn echte Kundendaten hineinsollen oder mehrere Leute im Team damit arbeiten.

Welche Aufgabe sich für den ersten Versuch eignet, klärt der Selbsttest unter Erste Schritte.

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